Monika Wyrobisch angelehnt an Betonpfeiler auf Gelände Zollverein

Meine Big Five als Schlüssel zum Erfolg

Im Juni 2024 hatte Judith Peters angeregt, einen Blogbeitrag zum Thema Persönlichkeit zu verfassen, die mittels geeigneter Tests festzustellen sei.

Persönlichkeitstests im Allgemeinen und die zugehörige Nabelschau im Besonderen gehören nicht zu meinen präferierten Beschäftigungen. Da ich mit den Modellen, die sie vorschlug, nichts anzufangen wusste, habe ich Dank Wikipedia und google einen ersten Einstieg gesucht und auch gefunden.

Wie auch in den Jahren zuvor schon, konnte ich meine Skepsis gegenüber dem Thema schnell beiseite wischen, denn dank der im Test aufgeworfenen Fragen und die sich daran anschließende Beschäftigung mit mir hat durchaus Spaß gemacht und einige Aha-Effekte in mir ausgelöst.

Die Universität Leipzig bietet einen wissenschaftlichen Test an, der einfach und anonym im Browser auszufüllen ist und im Anschluss daran automatisiert ausgewertet wird. Diesen Fragebogen habe ich neugierig beantwortet und zwar dreimal und an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Die Ergebnisse variierten nur ganz geringfügig, so dass ich das Ergebnis zunächst einmal so stehen lassen kann.

Das Big-Five- Persönlichkeitsmodell

The-Big-Five: 5 Dimensionen der Persönlichkeit

Die Big Five (auch Fünf-Faktoren-Modell, FFM) ist eine der am weitesten verbreiteten und anerkannten Theorien in der Psychologie zur Beschreibung der menschlichen Persönlichkeit.

Im Englischen wird es auch als OCEAN-Modell bezeichnet (nach den entsprechenden Anfangsbuchstaben Openness, Conscientiousness, Extraversion, Agreeableness, Neuroticism). 

Die Big Five wurden durch eine Vielzahl von Studien belegt und gelten heute international als DAS universelle Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung.

Ihm zufolge existieren fünf Hauptdimension der Persönlichkeit und jeder Mensch lässt sich auf folgenden Skalen einordnen:

  • Offenheit für Erfahrungen (Aufgeschlossenheit)
  • Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus)
  • Extraversion (Geselligkeit, Extravertiertheit)
  • Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft, Empathie)
  • Neurotizismus (emotionale Labilität und Verletzlichkeit)

Quelle: Big Five (Psychologie) – Wikipedia

Offenheit

Die Offenheit (Openness to Experience) einer Person beschreibt, wie sie auf neue Erfahrungen und Eindrücke reagiert, wie aufgeschlossen sie gegenüber neuen Eindrücken ist.

Offene Personen interessieren sich für Kunst und Kultur, sind intellektuell neugierig und berichten kreative Einfälle. Personen mit hohen Werten sind häufig kreativ, neugierig und haben eine Vorliebe für Abwechslung.

Personen mit niedrigerer Offenheit stehen Neuem und Veränderungen eher kritisch gegenüber und schätzen das Bewährte. Sie sind eher konventionell und haben eine Präferenz für Routine hin.

Gewissenhaftigkeit

Eine weitere Dimension der Persönlichkeit beschreibt die Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness). Sie erfasst, wie organisiert, verantwortungsbewusst und zuverlässig eine Person ist.

Personen mit hohen Werten sind in der Regel ordnungsliebend, fleißig, und verlässlich. Sie sind gut organisiert, diszipliniert und zielorientiert.

Menschen mit niedrigen Werten sind oft weniger ordentlich und organisiert, sie sind eher nachlässig und unzuverlässig.

Extraversion

Extraversion kennzeichnet eine soziale, nach außen gerichtete und energiereiche Art. Sie beschreibt das Maß an Geselligkeit, Energie und die Tendenz, positive Emotionen zu erleben.

Extravertierte Personen sind gesellig, aber auch durchsetzungsfähig und aktiv.

Personen mit niedriger Extraversion sind hingegen in sozialen Situationen eher zurückhaltend.

Verträglichkeit

Die Dimension der Verträglichkeit (Agreeableness) bezieht sich auf das zwischenmenschliche Verhalten. Sie bezieht sich auf die Tendenz, mit anderen gut auszukommen, altruistisch, hilfsbereit und kooperativ zu sein.

Verträgliche Personen zeigen Mitgefühl für andere, sie sind höflich und vertrauen ihren Mitmenschen. Menschen mit hohen Werten sind in der Regel freundlich, mitfühlend und kooperativ.

Personen mit niedriger Verträglichkeit sind ihren Mitmenschen gegenüber oft kritischer und scheuen keinen Streit. Niedrige Werte weisen auf Wettbewerbsorientierung und Skepsis gegenüber anderen hin.

Emotionale Stabilität

Emotionale Stabilität oder Neurotizismus (Neuroticism) kennzeichnet eine stabile, ausgeglichene Persönlichkeit mit wenig Gefühlsschwankungen.

Emotional stabile Personen sind selten ängstlich, niedergeschlagen und weniger stressanfällig.

Personen mit niedriger emotionaler Stabilität sind hingegen für Stress etwas anfälliger und lassen sich schneller aus der Ruhe bringen als der Durchschnitt. Sie neigen zu Ängstlichkeit und stärkeren Stimmungsschwankungen.

Hintergrund und Entwicklung 

Die Entwicklung der Big Five begann bereits in den 1930er Jahren mit dem lexikalischen Ansatz, den Louis Thurstone, Gordon Allport und Henry Sebastian Odbert verfolgten. Diesem Ansatz liegt die Auffassung zugrunde, dass sich Persönlichkeitsmerkmale in der Sprache niederschlagen.

So wird angenommen, dass alle wesentlichen Unterschiede zwischen Personen bereits im Wörterbuch durch entsprechende Begriffe repräsentiert sind. Auf der Basis von Listen mit über 18.000 Begriffen haben die Wissenschaftler durch Faktorenanalyse fünf sehr stabile, unabhängige und weitgehend kulturstabile Faktoren gefunden: die Big Five.

Fortentwicklung des Big-Five-Modells

Das Big-Five-Persönlichkeitsmodell wurde in den 1980er und 1990er Jahren verfeinert und bestätigt.

Paul Costa und Robert McCrae, die Entwickler des NEO-PI-R, waren maßgeblich an dieser Forschung beteiligt. Sie erkannten, dass die Big-Five-Dimensionen eine stabile und universelle Struktur zur Beschreibung der menschlichen Persönlichkeit bieten. Um diese Struktur operationalisierbar zu machen, entwickelten sie auf der Grundlage des Big-Five-Modells den NEO-PI-R als Werkzeug, um diese dessen Dimensionen präzise und umfassend zu messen.

NEO-PI-R: Ein Fragebogen, der es in sich hat

Was bedeutet NEO-PI-R?

Der NEO-PI-R (NEO Personality Inventory-Revised) ist ein psychologischer Fragebogen, der zur Messung der fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit gemäß dem Fünf-Faktoren-Modell (auch bekannt als „Big Five“) entwickelt wurde. Dieses Inventar wurde von den Psychologen Paul Costa und Robert McCrae erstellt und ist eine der am häufigsten verwendeten Methoden zur Bewertung der Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale.

Struktur des NEO-PI-R

Der NEO-PI-R besteht aus 240 Punkte, die sich auf die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit beziehen:

  • Neurotizismus (N): Misst emotionale Stabilität und Anfälligkeit für negative Emotionen wie Angst, Depression und Unsicherheit.
  • Extraversion (E): Erfasst das Ausmaß an Geselligkeit, Energie und die Tendenz, positive Emotionen zu erleben.
  • Offenheit für Erfahrungen (O): Bewertet die Neigung zu Kreativität, Neugier und der Suche nach neuen Erfahrungen und Ideen.
  • Verträglichkeit (A): Misst das Maß an Altruismus, Kooperation und Mitgefühl gegenüber anderen.
  • Gewissenhaftigkeit (C): Erfasst die Tendenz zu Selbstdisziplin, Organisation und Zielstrebigkeit.

Facetten der Hauptdimensionen

Jeder der fünf Hauptdimensionen ist weiter in sechs Facetten unterteilt, die spezifischerer Aspekte der jeweiligen Dimensionen erfassen.

  • Neurotizismus: Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depression, Soziale Befangenheit, Impulsivität, Verletzlichkeit
  • Extraversion: Herzlichkeit, Geselligkeit, Durchsetzungsvermögen, Aktivität, Erlebnishunger, Positive Emotionen
  • Offenheit für Erfahrungen: Fantasie, Ästhetik, Gefühle, Handlungen, Ideen, Werte
  • Verträglichkeit: Vertrauen, Freimütigkeit, Altruismus, Entgegenkommen, Bescheidenheit, Gutherzigkeit
  • Gewissenhaftigkeit: Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Selbstdisziplin, Besonnenheit

Anwendung des NEO-PI-R

Der NEO-PI-R wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter:

  • Klinische Psychologie: Zur Diagnostik und Therapieplanung, indem das Persönlichkeitsprofil des Patienten erfasst wird.
  • Berufs- und Organisationspsychologie: Zur Personalauswahl, -entwicklung und -beratung, um die Eignung von Bewerbern für bestimmte Positionen zu bewerten.
  • Forschung: Zur Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen in verschiedenen Kontexten und deren Auswirkungen auf Verhalten, Wohlbefinden und Lebensereignisse.
  • Bildung: Zur Unterstützung der individuellen Lern- und Entwicklungsplanung.

Vor- und Nachteile des NEO-PI-R

Vorteile
  • Umfangreiche Validierung: Der NEO-PI-R ist gut validiert und wird als zuverlässiges und gültiges Instrument zur Messung der Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale angesehen.
  • Differenziertes Bild: Die Facetten bieten eine detaillierte Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur.
Nachteile
  • Länge des Fragebogens: Mit 240 Items kann der NEO-PI-R zeitaufwändig sein, was zu Ermüdung der Teilnehmer führen kann.
  • Selbstbericht: Da es sich um einen Selbstbericht-Fragebogen handelt, kann er anfällig für Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit und mangelnde Selbsterkenntnis sein.

Unterschiede und Ergänzungen

  • Big-Five-Modell: Das Big-Five-Modell beschreibt die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.
  • NEO-PI-R: Der NEO-PI-R verwendet dieselben fünf Hauptdimensionen, geht jedoch einen Schritt weiter, indem er jede Dimension in sechs Facetten unterteilt. Dies ermöglicht eine detailliertere und nuanciertere Messung der Persönlichkeit.

Zusammengefasst ist der NEO-PI-R ein detailliertes und wissenschaftlich fundiertes Instrument, das auf dem Big-Five-Persönlichkeitsmodell basiert.

Es erweitert und präzisiert die Messung der fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit, indem es diese in spezifische Facetten unterteilt.

Dies ermöglicht eine umfassendere und differenziertere Analyse der Persönlichkeit.

Welche Institute und Universitäten forschen zur Persönlichkeit?

In Deutschland gibt es mehrere renommierte Institute und Universitäten, die aktiv im Bereich der Persönlichkeitspsychologie und Persönlichkeitsdiagnostik forschen. Zahlreiche Studien untersuchen die Anwendung und Validierung von Instrumenten wie dem NEO-PI-R in verschiedenen Kontexten.

Quelle: Google und ChatGPT

Abgrenzung zu Myers-Briggs Type Indicator (MBTI)

Der Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) und das Big-Five-Persönlichkeitsmodell sind zwei unterschiedliche Ansätze zur Beschreibung der Persönlichkeit eines Menschen.

Myers-Briggs Type Indicator (MBTI)

Der Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) basiert auf Carl Gustav Jungs Theorie der psychologischen Typen, die von Katharine Cook Briggs und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers weiterentwickelt wurden.

Der MBTI wurde 1944 veröffentlicht und ist der von Unternehmen bis heute am häufigsten verwendete Persönlichkeitstest. [Personality tests are BS, so why do 89/100 Forbes companies still use the Myers-Briggs? | SBS The Feed, abgerufen 26.06.2024]

Die Gütekriterien (Validität, Reliabilität und Normierung) des MBTI sind umstritten, sie reichen von „teilweise vorhanden“ bis hin zur Einstufung als „Managementesoterik“.

Der MBTI klassifiziert Menschen in 16 Persönlichkeitstypen, basierend auf vier dichotomen Dimensionen:

16 Persönlichkeitstypen nach Mýer-Briggs
Bild: Albin Schmitt – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105481972

4 dichotome Dimensionen nach MBTI

Sensorik

  • Introvertierte Sensorik (Si): Die introvertierte Sensorik vergleicht das aktuelle Geschehen auf subjektiver Basis mit Informationen aus der Vergangenheit und versucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden. Aus diesem Grund sind solche Menschen häufig Anhänger eher traditioneller Werte und Konventionen, manchmal mit einem Hang zur Sentimentalität und Nostalgie.
  • Extravertierte Sensorik (Se): die extravertierte Sensorik nimmt Informationen mit allen „fünf Sinnen“ wahr und verarbeitet diese zu Erfahrung mit Fokussierung auf das Hier und Jetzt. Informationen werden dabei in der Außenwelt von Objekten und körperlichen Aktivitäten wahrgenommen. Sie sind realistisch und häufig auf der Suche nach Spaß und Unterhaltung. Von äußeren Prozessen lassen sie sich häufig beeinflussen oder neigen zum Sensation Seeking.

Intuition

  • Introvertierte Intuition (Ni): Die introvertierte Intuition interessiert sich für zukünftige Geschehnisse, sucht dabei nach Signifikanz und versucht das Unbekannte zu ergründen. Ihre Visionen wollen sie durch Kunst oder Prophezeiungen äußern. Ihre Ideen können sehr ungewöhnlich sein, weswegen sie häufig missverstanden werden.
  • Extravertierte Intuition (Ne): Die extravertierte Intuition interessiert sich für Möglichkeiten und versucht, Ideen und Informationen untereinander zu verbinden. Sie möchten etwas verändern und verbessern, haben dafür viele Ideen und nehmen einen hohen Einsatz auf sich. Situationen, in denen sich nichts verändern und verwirklichen lässt, langweilen sie. Bei der Suche nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten können sie u. U. viel Zeit verlieren, weil sie sich nicht gerne festlegen und lieber ein neues Projekt beginnen, als das alte abzuschließen.

Fühlen

  • Introvertiertes Fühlen (Fi): Das introvertierte Fühlen beurteilt Dinge nach eigenem Ermessen, hat ein Gespür für emotionale Beziehung zwischen Objekten sowie ausgeprägtes Moralbewusstsein. Gefühle äußern sie nicht immer, auch wenn sie diese nach innen hin intensiv erleben. Dadurch könnten sie auf Andere unzugänglich und unauffällig wirken. Sie haben ein starkes Gefühl für alles was richtig oder falsch für sie ist.
  • Extravertiertes Fühlen (Fe): Das extravertierte Fühlen befasst sich mit sozialen Prozessen und versucht die Außenwelt basierend auf sozialen Beziehungen zu organisieren. Es wird versucht, soziale Werte zu erfüllen und harmonisch in Bezug auf andere Menschen zu sein. Äußere Einflüsse haben für sie einen höheren Stellenwert als innere. Negativ äußert sich Fe durch intensive Stimmungsgefühle und -schwankungen sowie durch manipulatives Verhalten.

Denken

  • Introvertiertes Denken (Ti): Das introvertierte Denken testet und analysiert Daten und Ideen – eigene wie fremde – mit dem Versuch, Ungenauigkeit bzw. Genauigkeit zu finden. Dabei sind sie sehr kreativ und können komplex und abstrakt denken. Im negativen Sinne wirken sie dabei eingebildet oder wenig einfühlsam und neigen zu phlegmatischem Verhalten.
  • Extravertiertes Denken (Te): Das extravertierte Denken ist bemüht, die Außenwelt mit Logik und objektiven Daten zu verwalten und zu organisieren. Sie sind praktisch veranlagt und verbinden Ideen logisch und hierarchisch. Nach außen hin wirken sie recht hart und legen großen Wert auf Ordnung und Effizienz.

Warum ich das Myers-Briggs-Typenmodell nicht anwende

Das Modell genügt offenbar nicht wissenschaftlichen Gütekriterien, außerdem wird es seit den 1960ern nicht fortentwickelt. Daher habe ich entschieden, mich nicht weiter mit diesem Modell zu befassen.

Quelle: Myers-Briggs-Typenindikator – Wikipedia, abgerufen 26.06.2024

Meine Big Five spielen mir in die Karten

Meine Big Five spielen mir als Schlüssel zum Erfolg in die Karten.

Für den Test habe ich mich für den Big-Five-Persönlichkeitstest der Universität Leipzig entschieden und finde das Ergebnis durchaus plausibel.

Nach 3 Durchläufen an unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten bestätigt der Test folgendes Bild, das sicherlich niemanden, der mich gut und meine aktuelle Situation kennt, verwundert:

big-5
Big-five-Persönlichkeitstest im Juni 2024

Innerhalb jeder dieser fünf breiten Dimensionen lassen sich noch einmal drei Unterfacetten unterscheiden:

Big 5 mit Unterfacetten
Big-Five-Persönlichkeitstest mit Unterfacetten im Juni 2024

Quelle: Universität Leipzig: Big-Five-Persönlichkeit: Diese Typen performen im Homeoffice – gehörst du dazu? (uni-leipzig.de)

Wen wundert’s: Die Demension Offenheit (5) überwiegt bei mir, die Emotionale Stabilität (4) ist aktuell etwas angekratzt und hält sich mit der Extraversion (1) die Waage. Gewissenhaftigkeit (3) ist mein „normal“ und Verträglichkeit (2) steht bei mir eher nicht im Vordergrund.

Offen für neue Erfahrungen

Offenheit für neue Erfahrungen, Neugierde und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem sind prägend für meine Persönlichkeit. – Wie schön!

Ohne diese stark ausgeprägte Dimension wäre auch mein Beruf als Steuerberaterin nicht denkbar.

Ohne diese Offenheit für neue Erfahrungen könnte ich mich weder gut noch gerne auf neue Situationen, Menschen und Rahmenbedingungen einlassen, die Gesetzgeber, Verordnungsgeber und Rechtsprechung, aber auch der technische Fortschritt jeden Tag auf’s Neue hervorbringen. Neugierde prägt sinnvollerweise meinen Alltag, ohne Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem fänd‘ ich das Leben langweilig und wenig lebenswert. Meinen Beruf könnte ich weniger engagiert ausüben. Lebenslanges Lernen fiele mir schwer.

Daher freut es mich sehr, diese Eigenschaften durch den Test bestätigt zu wissen, denn Menschen mit viel Offenheit werden charakterisiert durch Adjektive (lexikalischer Ansatz) wie

  • einfallsreich, originell, erfinderisch, phantasievoll
  • intellektuell neugierig, offen für neue Ideen
  • interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie
  • mit Vorliebe für Abwechslung (statt Routine), Neigung zu neuen Aktivitäten, neuen Reisezielen, neuem Essen usw.
  • aufmerksam für eigene und fremde Emotionen

Am anderen Ende der Skala (wenig Offenheit) stehen Adjektive wie konservativ, konventionell, routiniert, uninteressiert usw., die ich ohnehin nicht für mich in Anspruch nehme.

Extraversion und Introversion: Zwei Pole meiner Persönlichkeit

Die Skala aus Extraversion und Introversion bildet den Kernbestandteil des Big-Five-Modells. „Extraversion“ zeichnet sich durch eine nach außen gewandte Haltung aus während Introversion eine nach innen gewandte Haltung beschreibt.

Die typisch extravertierten Eigenschaften sind bei mir vorhanden, wenn auch nicht immer und je nach Situation auch unterschiedlich stark ausgeprägt.

  • gesprächig,
  • bestimmt,
  • aktiv,
  • energisch,
  • dominant,
  • enthusiastisch und
  • abenteuerlustig.

Introversion“ ist der Gegenpol zu Extraversion. Introvertierte Charaktere wenden ihre Aufmerksamkeit und Energie stärker auf ihr Innenleben. In Gruppen neigen sie eher zum passiven Beobachten als zum Handeln und werden häufig als still, zurückhaltend und ruhig beschrieben. Introversion ist jedoch keinesfalls mit Schüchternheit gleichzusetzen.

Der große Unterschied zwischen den beiden Polen scheint in der Art zu liegen, woraus sie ihre Energie ziehen:

  • Extravertierte Charaktere empfinden den Austausch und das Handeln innerhalb sozialer Gruppen als anregend.
  • Introvertierte Personen benötigen Zeit für sich, um sich auf diese Art effektiv erholen und nachdenken zu können.

Nach dem Test neige ich offenbar zu Extraversion und in Gruppen bin ich sicherlich weder unauffällig noch still, zurückhaltend oder ruhig. Im Gegenteil, wenn es die Situation erfordert und mich die Gruppe oder das Ziel der Gruppe interessiert, kann und werde ich also durchaus Führung und Verantwortung übernehmen und mich aktiv ins Geschehen und die Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einbringen. Und dies sogar mit großer Freude.

Das Bedürfnis nach Geselligkeit steht bei mir tatsächlich selten im Vordergrund: Eher möchte ich mir ausreichend Zeit nehmen können für gute Zwiegespräche mit mir alleine, einem anregenden Gesprächspartner oder in der interessanten Diskussionen mit einzelnen Menschen in kleinen, eher heterogenen Gruppen. Große, häufig homogene Gruppen werden mich hingegen niemals anziehen oder begeistern können.

Um das zu leisten, was ich möchte, benötige ich Zeit und Raum für mich, viel Bewegung an der frischen Luft und die nötige Ruhe, in Themen und weitergehende Fragestellungen einzutauchen. Insoweit ziehe ich meine Energie aus einer guten Portion Introversion.

Emotionale Stabilität stärkt meine Resilienz

In Krisen helfen Emotionale Stabilität und Resilienzfähigkeit unbedingt weiter und ich bin froh, darüber ausreichend zu verfügen.

In Zeiten großer Trauer oder Unsicherheit kann ich mich darauf beziehen und von dieser persönlichen Stabilität profitieren nicht nur ich, sondern auch die Personen, die mich erleben oder um Rat fragen.

Das Gegenteil scheint in der Psychologie mit dem Begriff des „Neurotizismus“ oder „Emotionalen Labilität“ beschrieben zu werden. Adjektive, die dieser Eigenschaft zugeordnet werden, würde ich auf mich nicht anwenden.

Gewissenhaftigkeit ohne Hang zum Perfektionismus

Gewissenhafte Menschen gelten als organisiert, zuverlässig und verantwortungsbewusst. Sie setzen sich hohe Standards und arbeiten hart, um diese zu erreichen.

Die Gewissenhaftigkeit beschreibt den Grad an Selbstkontrolle, Genauigkeit und Zielstrebigkeit, der einer Person eigen ist. In der Psychologie unterscheidet man sechs Untereigenschaften (Facetten) der Gewissenhaftigkeit: Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Selbstdisziplin und Besonnenheit. Die Nähe zum Perfektionismus ist gegeben.

Ich hätte nie geglaubt, mich je über Fleiss oder Ordnungsliebe definieren zu sollen, aber natürlich sind Verlässlichkeit und damit die oben genannten 6 Untereigenschaften der Gewissenhaftigkeit in meinem Beruf nicht nur unerlässlich, sondern von mir auch sehr geschätzte und gepflegte Eigenschaften meiner Persönlichkeit.

Verträglichkeit: Ja, aber nicht zu jedem Preis

Dieser Faktor bezieht sich auf die Bereitschaft, kooperativ, mitfühlend und vertrauenswürdig zu sein. Menschen mit hoher Verträglichkeit sind oft hilfsbereit und harmonieorientiert.

Personen, die verträglich sind, zeichnen sich durch Altruismus und Hilfsbereitschaft aus. Hohe Werte bei diesem Persönlichkeitsmerkmal sind charakterisiert durch Adjektive wie mitfühlend, nett, warm, vertrauensvoll, hilfsbereit, kooperativ und nachsichtig. Menschen mit niedrigen Werten werden als streitbar, egozentrisch, gegensätzlich und misstrauisch gegenüber den Absichten anderer beschrieben. Sie verhalten sich eher wettbewerbsorientiert als kooperativ.

Harmonie ist mir zwar sehr wichtig, allerdings liebe ich auch die Klarheit und die Wahrheit, was nicht immer mit dem durchaus verständlichen Bedürfnis nach Harmonie im Einklang steht. Ich setze mich für meine Überzeugungen oder als Vertreter meiner Mandanten für deren berechtigten Interessen ein und scheue in diesem Zusammenhang keine Auseinandersetzung. Diese bemühe ich mich allerdings immer auf der Sachebene zu führen, damit dem Diskurs kein Geschmäckle anhaften bleibt.

Zu guter Letzt: Tierkreiszeichen und Signaturenlehre

Wenn ich mich nun schon mit mir befasse, dann auch „richtig“!

In diesem Monat habe ich mich mit einer Freundin, die sich beruflich mit der Signaturenlehre nach Paracelsus (1493 – 1541) beschäftigt, über meine Signatur unterhalten und bin in einen Erklärungsansatz eingetaucht, der mir bisher verschlossen war.

Mein Geburtsherrscher ist hiernach Mars. Hiernach wäre meine Farbe rot, die Steine Rubin, Granat, Jaspis, Hyazinth, Pyrit und Hämatit sind dieser Signatur zugeordnet. Seit ich weiss, dass es auch grüne Granate gibt, kann ich mich damit anfreunden. Bei Tieren wird es dann schon schwieriger: Hund, Wolf und Spinne wären mir nah. Spinnen verursachen bei mir einen Fluchtreflex und kämen bei mir sicherlich nicht als begehrtes Haustier in Frage. Für die Rose als Kraut kann ich mich durchaus erwärmen … .

Nun, Spaß beiseite: Immer mal wieder habe ich mich mit meinem Tierkreiszeichen Schütze beschäftigt und habe immer durchaus brauchbare Beschreibungsansätze für mich gefunden.

Warum nun nicht auch in der Signaturenlehre? Da ich die Frau kenne, die sich seit Jahren wissenschaftlich und zusammen mit ihrem Mann in ihrer medizinischen Praxis täglich mit diesen Fragen auseinandersetzt, halte ich das Ganze durchaus für eine ernsthafte Auseinandersetzung wert. Mal sehen, wohin mich diese Reise zu mir führt.


Kommentare

Eine Antwort zu „Meine Big Five als Schlüssel zum Erfolg“

  1. […] Die Beschäftigung mit der Frage und den vorgeschlagenen Persönlichkeitstests habe ich hier verblogged und natürlich sind diese Überlegungen auch in die Präzisierung der Positionierung […]

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