Buchführung scheitert selten an Steuern – sondern an fehlender Struktur.
Viele Unternehmen führen ihre Bücher korrekt, aber nicht systematisch. Belege sind vorhanden, Zahlen werden erfasst, doch die zugrunde liegende Informationslogik bleibt oft unscharf.
Die Entwicklung von der einfachen über die doppelte hin zur dreifachen Buchführung ist deshalb weniger eine technische, sondern eine strukturelle Frage:
- Wie werden Informationen erfasst?
- Wie werden sie in Beziehung gesetzt?
- Und wie werden sie überprüfbar gemacht?
Dieser Beitrag zeigt dir, wie doppelte und dreifache Buchführung als Informationssystem funktionieren – und welche Struktur du brauchst, damit Zahlen für Selbständige und kleine Unternehmen steuerungsfähig werden.

Definition
Dreifache Buchführung
Die Dreifache Buchführung ist eine Weiterentwicklung der Doppelten Buchführung.
Sie ergänzt die interne Buchung um eine zusätzliche, validierende Ebene zwischen Geschäftspartner:innen – ermöglicht durch digitale Systeme und standardisierte Datenflüsse.
Dadurch gewinnt sie auch für Selbständige und kleine Unternehmen an Relevanz, wenn Zusammenarbeit, Nachvollziehbarkeit und zeitnahe Auswertungen immer wichtiger werden.
Die einfache Buchführung erfasst nur Zahlungsflüsse
Die einfache Buchführung erfasst im Kern nur Zahlungsflüsse, also nur Einnahmen und Ausgaben, und passt daher meist nur zu Personen mit sehr kleinen Nebenerwerben mit wenigen Geschäftsvorfällen.
Die Doppelte Buchführung kennt zwei Bücher
Bei der doppelten Buchführung werden die Geschäftsvorfälle in zwei Büchern erfasst, dem Grundbuch und dem Hauptbuch, außerdem können noch Nebenbücher als Erläuterung des Grundbuches zum Einsatz kommen.
- Das Grundbuch – auch Journal oder Tagebuch genannt – führt sämtliche Geschäftsvorfälle eines Unternehmens chronologisch auf.
- Außerdem werden die Geschäftsvorfälle sachlich geordnet in Hauptbuch aufgeführt; die Übertragung der aufgezeichneten Geschäftsvorfällen von Grundbuch ins Hauptbuch erfolgt mit Hilfe geeigneter Software in der Regel automatisch.
- Zu den bekanntesten Nebenbüchern einer Buchführung zählen Rechnungseingangs- und Rechnungsausgangsbuch, Wareneingangs- und Warenausgangsbuch, das Anlagenbuch und das Kassenbuch. Auch die Kreditoren- und Debitorenbuchführung gehört dazu.
Die doppelte Buchführung gibt dem Unternehmer Aufschluss über den finanziellen Erfolg einer abgelaufenen Abrechnungsperiode. Sie dient vorrangig der Gewinnermittlung und ist damit Grundlage für den Jahresabschluss.

Denkfehler
Viele glauben, Buchführung werde „automatisch gut“, sobald ein Tool die Übertragung vom Journal ins Hauptbuch übernimmt. Das stimmt nur, wenn Belege, Kontenlogik und Nebenbücher sauber strukturiert sind – sonst entsteht zwar Buchung, aber keine verlässliche Information.
Die Dreifache Buchführung ergänzt ein drittes – mit Geschäftspartnern geteiltes – Hauptbuch
Die Dreifache Buchführung geht über die Aufzeichnung vergangener Finanztransaktionen und abgelaufener Geschäftsvorfälle hinaus und integriert ein drittes – mit Geschäftspartnern geteiltes – Hauptbuch (Shared Ledger) für eine umfassendere Sicht auf die finanzielle und wirtschaftliche Situation eines Unternehmens in Echtzeit.
Dieses dritte Hauptbuch ist dank Verschlüsselungstechnik manipulationssicher und ermöglicht eine transparente, unveränderliche Speicherung aller Geschäftsvorfälle zwischen den beteiligten Parteien, was zu mehr Sicherheit, Echtzeit-Transparenz und automatisierten Prozessen führt.

Praxischeck
Die dreifache Buchführung wird für dich besonders interessant, wenn …
- du regelmäßig mit mehreren Geschäftspartner:innen digital zusammenarbeitest und Abstimmungen Zeit kosten
- Transaktionen zeitnah bestätigt/abgeglichen werden müssen (nicht erst Wochen später)
- Nachvollziehbarkeit zwischen den Parteien geschäftskritisch ist (wer hat was wann bestätigt?)
- du dir Echtzeit-Transparenz wünschst, statt nur rückblickender Auswertungen
Wenn das (noch) nicht dein Alltag ist, reicht oft eine gut organisierte doppelte Buchführung völlig aus – vorausgesetzt, Ablage und Prozesse sind klar.
Kern-Unterschied zwischen Doppelter und Dreifacher Buchführung
- Umfang der doppelten Buchführung:
Die Doppelte Buchführung konzentriert sich auf die systematische Erfassung von Geschäftsvorfällen auf mindestens zwei Konten. Diese Methode führt zu einem klaren Überblick über die Vermögenslage und den Erfolg des Unternehmens, lässt aber die Analyse von Liquidität und Performance außen vor. So ermöglicht die Doppelte Buchführung eine vollständige Abbildung der Vermögens- und Finanzlage. Sie erlaubt detaillierte Analysen und Jahresabschlüsse und bildet eine gute Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen. - Zusätzliche Dimensionen:
Die dreifache Buchführung ergänzt die doppelte Buchführung durch ein Shared Ledger. Es erfolgt eine dezentralisierte, manipulationssichere Speicherung von Daten und Smart Contracts ermöglichen die Automatisierung von Buchungs- und Prüfungsprozessen. So fügt die Dreifache Buchführung den Auswertungsmöglichkeiten der Doppelten Buchführung eine kontinuierliche Analyse der Liquidität und der finanziellen Leistungsfähigkeit hinzu. So können Selbständige und kleine Unternehmen ihre finanzielle Situation in Echtzeit überwachen und zahlenbasiert in Echtzeit steuern. - Steuerungstool:
Während die doppelte Buchführung vor allem auf die retrospektive Erfassung von Geschäftsvorfällen abzielt, dient die dreifache Buchführung als proaktives Steuerungstool. Sie ermöglicht eine unmittelbare Kontrolle über Liquidität und Leistung. Dies ist besonders wichtig für Existenzgründer und kleine Unternehmer, die oft kurzfristige finanzielle Entscheidungen treffen müssen.

Nutzen
Durch die Erweiterung um Liquiditätsmanagement und Performanceüberwachung in der dreifachen Buchführung können Selbständige und kleine Unternehmen jederzeit erkennen:
- Wie leistungsfähig ihr Unternehmen ist (durch die Performanceüberwachung).Text / Bulletpoints max. 3-5 Punkte),
- Wo sie finanziell stehen (durch die Finanzbuchhaltung),
- Wie liquide sie sind (durch das Liquiditätsmanagement).
Fazit: Struktur entscheidet über Steuerungsfähigkeit
Die doppelte Buchführung schafft Ordnung, indem sie Geschäftsvorfälle systematisch dokumentiert und den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens – auch für Dritte – nachvollziehbar und nachprüfbar macht.
Sie bildet damit das Fundament einer belastbaren Gewinnermittlung und Jahresabschlusserstellung.
Die dreifache Buchführung geht einen Schritt weiter: Sie ergänzt diese Struktur um eine zusätzliche Ebene der Validierung und Transparenz zwischen allen beteiligten Geschäftspartner:innen. Dadurch werden Informationen nicht nur dokumentiert, sondern in Echtzeit überprüfbar und steuerungsrelevant.
Ob dieser Schritt sinnvoll ist, hängt weniger von der Unternehmensgröße als von der Komplexität der Zusammenarbeit, den Anforderungen an Transparenz und dem Bedarf an zeitnahen Entscheidungsgrundlagen ab.
Entscheidend bleibt jedoch in jedem Fall die zugrunde liegende Informationsarchitektur:
Ohne klare Ablage, saubere Kontenlogik und definierte Prozesse entsteht keine belastbare Steuerungsfähigkeit – unabhängig von der gewählten Buchführungsmethode.
Wer Buchführung nicht nur als Pflicht, sondern als Informationssystem versteht, gewinnt Klarheit über Vermögen, Liquidität und Leistungsfähigkeit.
Und genau darin liegt ihr eigentlicher Nutzen.

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