12 Leitfragen oder wie eine Begegnung im April 2026 meinen Blick auf Lernen, Arbeit und Veränderung verschoben hat.
Nebenwirkung – ausdrücklich erwünscht
Im April 2026 trafen sich rund sechzig Bloggerinnen im ehemaligen Franziskanerinnenkloster in Horb am Neckar, einem kleinen mittelalterlich geprägten Städtchen am Rand des Schwarzwalds, zum jährlichen Blogtreffen von Judith Peters’ The Content Society.
Dort ergab sich die Gelegenheit, bei Erika Magyarosi ein Schnuppertraining zum Speed Reading zu besuchen.
Angesprochen hatte mich ihre inspirierende Art. Und ihre offenkundige Begeisterung für Bücher, Lernen und weiterführendes Denken. Selbstredend, dass es für mich nicht bei der einen Schnupperstunde blieb.
Ich war neugierig. Vielleicht auch ein wenig skeptisch.
Schneller lesen? Mehr Bücher schaffen? Den eigenen Input besser organisieren?
Das klingt zunächst nach einer weiteren Antwort auf eine Frage, die viele Menschen kennen: Wie halte ich Schritt mit einer Welt, in der täglich mehr Informationen, Meinungen, Nachrichten, Bücher und Impulse auf uns einströmen, als wir jemals verarbeiten können?
Doch die eigentliche Wirkung dieser Stunde lag für mich an einer anderen Stelle.
Nicht allein bei der Frage:
Wie kann ich schneller lesen?
Sondern bei dieser:
Mit welchen Fragen lese ich überhaupt?
Diese Frage hat mich nicht losgelassen. Und nun zu diesem Beitrag inspiriert.
Denn ich lese seit vielen Jahren nicht nur, um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben. Ich lese, um Zusammenhänge, Denkmodelle und Menschen besser zu verstehen. Um Worte für etwas zu finden, das ich in mir spüre. Um eigene Überzeugungen zu prüfen. Um mich irritieren, herausfordern und korrigieren zu lassen.
Und gelegentlich auch, um Gedanken wieder abzulegen, die mir lange plausibel erschienen.
Die Begegnung mit Erika Magyarosi führte deshalb nicht zu einem neuen Selbstoptimierungsauftrag. Im Gegenteil.
Natürlich ist es reizvoll, schneller lesen zu können. Aber in ihrer Arbeit geht es nicht allein um Geschwindigkeit. Es geht um bewussteres, intensiveres und weiterführendes Lesen. Um die Fähigkeit, Texte nicht nur aufzunehmen, sondern mit ihnen zu arbeiten. Eigene Ziele klarer zu sehen. Fragen zu präzisieren. Antworten nicht vorschnell zu übernehmen, sondern sich ihnen denkend anzunähern.
Vielleicht auch darum, persönliche Antworten zu finden.
Und genau diese Nebenwirkung ist ausdrücklich erwünscht.
Mehr Information schafft noch keine Orientierung
Wir leben in einer Zeit, in der Wissen scheinbar jederzeit verfügbar ist.
Eine Frage eingeben. Einen Podcast starten. Einen Kurs buchen. Einen KI-Dialog eröffnen. Eine Zusammenfassung lesen. Einen neuen Feed abonnieren.
Das Problem ist längst nicht mehr der Zugang zu Information.
Das Problem ist die Auswahl.
Was ist wichtig? Was ist nur interessant? Was erweitert den Horizont? Was bestätigt nur, was ich ohnehin denke? Was hilft mir, eine reale Frage besser zu verstehen? Und was ist im besten Fall klug formulierte Ablenkung?
Ich habe in den vergangenen Jahren viel gelernt, gelesen, ausprobiert, verworfen und neu zusammengesetzt. Beruflich war das notwendig. Die Entwicklungen in meinen Kernthemen Steuern, Recht, Digitalisierung, Rechnungswesen, Unternehmensführung und Kommunikation stehen nicht still. Wer Menschen in diesen Bereichen beraten will, kann sich nicht auf einmal erworbenem Wissen ausruhen.
Aber das erklärt nur einen Teil.
Der andere ist persönlicher.
Mich beschäftigen seit Langem Fragen nach Freiheit, Bildung, Arbeit, Verantwortung, Gestaltung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Nicht als abstrakte Begriffe. Sondern als reale Bedingungen eines selbstbestimmten und selbstwirksamen Lebens.
- Was muss ein Mensch verstehen, um nicht dauerhaft auf die Urteile anderer angewiesen zu sein?
- Wie viel Ordnung braucht Freiheit – und wie viel Bindung braucht sie?
- Wann erweitert Technologie unsere Handlungsspielräume – und wann verlagert sie Macht, ohne dass wir es bemerken?
- Was macht Arbeit wertvoll – für uns selbst und in den Augen anderer?
- Wie können Menschen miteinander streiten, ohne sich gegenseitig zu entwerten?
- Und was bedeutet es, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, wenn einfache, allgemein gültige Antworten fehlen?
Vielleicht war genau das der Grund, weshalb mich diese eine Probestunde bei Erika Magyarosi so nachhaltig beeindruckt hat.
Sie hat mir gezeigt, dass schnelleres Lesen nur ein Teil der Sache ist.
Vor allem aber hat sie mich bereits angeregt, bewusster zu entscheiden, was meine Aufmerksamkeit verdient – und was nicht.
Denn Lesen wird erst dann weiterführend, wenn es nicht bei Information stehen bleibt, sondern Denken in Bewegung bringt.
Der Feynman-Impuls: Fragen, die mitlesen
Im Zusammenhang mit Richard Feynman bin ich auf eine Denkgewohnheit gestoßen, die mich sofort angesprochen hat.
Nicht, weil sie eine weitere Methode verspricht. Sondern weil sie die Richtung verändert, in die ich künftig lese.
Der Mathematiker Gian-Carlo Rota schrieb in seinem Essay Ten Lessons I Wish I Had Been Taught über Feynman, dieser habe dazu geraten, ungefähr ein Dutzend eigener „Lieblingsprobleme“ gedanklich präsent zu halten. Gemeint sind weder Aufgabenlisten noch Fragen, die sich rasch beantworten lassen. Es sind offene Probleme und Fragestellungen, die mich über längere Zeit begleiten dürfen.
Neue Bücher, Gespräche, Beobachtungen oder Erkenntnisse werden dann nicht einfach nur gesammelt und abgelegt.
Sie werden an diesen Fragen geprüft:
Hilft mir dieser Gedanke, eine meiner offenen Fragen besser zu verstehen?
Das ist etwas anderes als die Frage:
Welche zwölf Fragen stelle ich mir zu jedem Buch?
Die eigentliche Frage lautet:
Welche Fragen oder ungelösten Probleme beschäftigen mich so sehr, dass ich neue Informationen immer auch daraufhin prüfen und hinterfragen möchte?
Ein gutes Buch wird dadurch nicht nur gelesen. Es tritt in Beziehung zu einer eigenen offenen Frage.
Dann interessiert mich nicht allein, was eine Autorin oder ein Autor sagt. Sondern auch:
- Was verändert dieser Gedanke an meiner bisherigen Sicht?
- Widerspricht er einer Überzeugung, die ich bisher für plausibel gehalten habe?
- Was irritiert oder verstört mich so sehr, dass ich innehalten muss?
- Welche neue Teilfrage entsteht aus dem Gelesenen?
- Und: Hat das etwas mit der Wirklichkeit zu tun, die ich verstehen oder gestalten möchte?
Das ist kein System, um Bücher möglichst schnell „abzuarbeiten“.
Es ist eine Form des fragen- und interessengeleiteten Lesens.
Vieles darf dabei schneller vorbeiziehen, weil nicht jeder kluge Gedanke für die Weiterarbeit an meinen eigenen Fragen gleich wichtig ist. Anderes verdient mehr Zeit zur Reflexion, ermutigt zum Widerspruch, verlangt Notizen, vertiefende Gespräche und vielleicht auch eine wiederholte Lektüre.
Genau darin liegt für mich die eigentliche Wirkung dieser Begegnung.
Nicht mehr oder schneller lesen, um möglichst viel Wissen aufzunehmen.
Sondern lesen, um die Fragen besser zu verstehen, die mich wirklich angehen und Teilantworten dafür zu nutzen, sie weiter zu präzisieren.
Ein roter Faden, der längst schon da war
Diese Fragen sind nicht erst im April 2026 entstanden.
Die Stunde Speed Reading mit Erika Magyarosi, die ich nun in ihrem Kurs vertiefe, hat also nichts Neues in mein Denken gebracht. Sie hat aber einer Suche Ausdruck verliehen, die mich seit vielen Jahren begleitet.
Lithografie als Metapher für das Leben
Im Jahr 2024 habe ich einen Blogartikel mit dieser Frage überschrieben: Was will ich als Person, Steuerberaterin und Unternehmerin bewirken?
Damals habe ich die Lithografie als Metapher für das Leben gewählt: Nicht alles entsteht aus einem klaren Plan. Vieles bildet sich Schicht für Schicht. Erfahrungen, Begegnungen, Entscheidungen, Brüche, Interessen und Irritationen hinterlassen Spuren. Erst im Rückblick wird manchmal sichtbar, dass sie kein zufälliges Nebeneinander ergeben, sondern ein Bild.
Themen, die mich beschäftigen
So geht es mir auch mit den anderen Themen, die mich beschäftigen.
Lebenslanges Lernen
Vera F. Birkenbihl inspiriert mich über ihren Tod hinaus, weil sie Lernen nicht als Anhäufung von Stoff verstanden hat. Ihre Denk- und Lernwerkzeuge richten den Blick auf Zusammenhänge, Neugier, eigenes Verstehen und die Fähigkeit, sich Wissen aktiv zu erschließen.
Das ist für mich mehr als eine Lerntechnik. Es ist eine Haltung gegen passiven Konsum und gegen die Vorstellung, Bildung bestehe vor allem darin, richtige Antworten wiedergeben zu können.
Gestaltung und Verantwortung
Das Deutsche Bauhaus fasziniert mich aus einem ähnlichen Grund. Die mit Walter Gropius verbundene Idee, Kunst, Handwerk und Alltag nicht voneinander zu trennen, berührt eine Frage, die für mich bis heute aktuell ist:
Wie können wir Dinge so gestalten, dass sie zugleich klar, nützlich, schön und verantwortbar sind?
Mich interessiert am Bauhaus nicht nur seine Formsprache. Mich interessiert die Werkstattidee dahinter. Denken und Machen gehören zusammen. Gestaltung ist nicht Dekoration. Sie ist eine Form von Verantwortung.
Sinn und Wert von Arbeit
Auch mein Interesse an New Work gehört in diese Linie. Nicht als modisches Etikett für flexible Arbeitsorte, flache Hierarchien oder dauerhafte Selbstoptimierung. Sondern als ernsthafte Frage danach, wie Leben und Arbeit miteinander in Einklang gebracht werden können.
- Was ist gute Arbeit – die wir wirklich, wirklich wollen?
- Wie trägt sie zu einem auskömmlichen Leben bei?
- Wie viel Freiheit braucht Arbeit? Wie viel Sicherheit?
- Und welche Verantwortung tragen Unternehmen, Beschäftigte und Gesellschaft dafür, dass Arbeit sinnvoll, würdevoll und zukunftsfähig gestaltet werden kann?
- Wie verhindern wir, dass Selbstverwirklichung zu einem weiteren Leistungsauftrag wird, den sich am Ende nur wenige leisten können?
Nachhaltigkeit und Teilhabe für Frieden
Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen geben diesen Fragen für mich einen weiteren Rahmen. Besonders wichtig sind mir SDG 4, hochwertige Bildung, SDG 5, Geschlechtergleichheit, und SDG 8, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen stehen nicht für abstrakte Fernziele. Sie beschreiben wesentliche Voraussetzungen für Frieden, gesellschaftliche Teilhabe und nachhaltige Entwicklung.
Sie berühren die Frage, wer Zugang zu Wissen erhält. Wer wirtschaftlich unabhängig handeln kann. Wer über Zeit, Geld, Arbeit und Lebensgestaltung mitentscheiden kann. Wer Verantwortung übernehmen darf und muss. Wer von technischer Entwicklung profitiert. Und wer Gefahr läuft, von ihr ausgeschlossen oder abhängig zu werden.
Digitale Souveränität und Digitalisierung der Gesellschaft
Ich bin fasziniert von Künstlicher Intelligenz und sehe in der Digitalisierung unserer Gesellschaft mehr Chancen als Risiken.
Das heißt nicht, dass ich Technik unkritisch betrachte.
Technologie ist nicht neutral, nur weil sie technisch funktioniert. Sie verändert Machtverhältnisse, Entscheidungswege, Arbeitsplätze und soziale Abhängigkeiten.
Deshalb interessiert mich digitale Souveränität nicht als Spezialthema für IT-affine Menschen. Sie gehört für mich zur Grundausstattung eines selbstbestimmten Lebens wie Lesen und Schreiben können.
Wer digitale Werkzeuge nutzt, sollte zumindest in Grundzügen verstehen können, was sie mit Daten, Entscheidungen und Handlungsspielräumen machen. Menschen müssen nicht programmieren können. Aber sie sollten nicht gezwungen sein, digitale Systeme wie Naturgewalten hinzunehmen.
Und sie sollten ihre Datensouveränität nicht aus Bequemlichkeit preisgeben.
Kritik an geschlossenen Denkmodellen
Auch meine Auseinandersetzung der letzten Monate mit Rudolf Steiner und anthroposophischen Denkmodellen gehört in diese Entwicklung.
Nicht als Bekenntnis, sondern als Gegenfrage.
Mich hat interessiert, warum umfassende Deutungsmodelle für Menschen bis heute anziehend sein können. Sie versprechen Sinn und Ordnung, stiften Zugehörigkeit und bieten scheinbar geschlossene Erklärungen. Gerade in unübersichtlichen Zeiten kann das entlastend wirken.
Für mich ist daraus jedoch eine klare Grenze entstanden.
Ich lehne Denkmodelle ab, die weitreichende Aussagen über Wirklichkeit, Menschen oder Entwicklung aus Annahmen ableiten, die sich weder überprüfen noch widerlegen lassen. Und ich misstraue jeder Gewissheit, die Kritik nicht als notwendige Prüfung, sondern als Störung behandelt.
Ich suche keine abgeschlossene Weltdeutung.
Mich interessiert ein Denken, das sich an Wirklichkeit messen lässt. Das Widerspruch zulässt. Das zwischen Beobachtung, Erfahrung, Hypothese, Deutung und Wissen unterscheiden kann. Das sich korrigieren darf, ohne deshalb beliebig zu werden.
Nicht jede offene Frage braucht sofort eine Antwort.
Und nicht jede Antwort verdient schon deshalb Vertrauen, weil sie umfassend und abgeschlossen klingt.
Persönliche Begegnung
Auch persönliche Begegnungen haben diese Haltung in den vergangenen Monaten geschärft. Manche Menschen beschäftigen uns nicht deshalb, weil sie uns klare Antworten geben. Sondern weil sie Fragen in uns berühren, die wir selbst noch nicht ausreichend verstanden haben.
Sie können Erwartungen sichtbar machen. Projektionen. Sehnsüchte. Grenzen. Die Versuchung, einen anderen Menschen zum Träger der eigenen offenen Fragen zu machen.
Vielleicht gehört auch das zu einem verantwortlichen Denken: zu erkennen, wann wir etwas wirklich sehen – und wann wir nur etwas in einen Menschen, eine Idee oder eine Situation hineinlesen.
Eine Frage, viele Zugänge
Verschiedene Themen bieten verschiedene Zugänge zu einer größeren Frage:
Wie können Menschen verstehen, urteilen und verantwortlich handeln, damit Freiheit nicht bloß eine verklärte Utopie bleibt, sondern im Alltag erfahrbar wird?
Die zwölf Leitfragen, mit denen ich mich beschäftige, sind deshalb kein neues Projekt, sondern dienen meinem Denken als roter Faden.
Die zwölf Leitfragen: ein lebendiges Arbeitsdokument
Diese zwölf Fragen sind kein Manifest.
Sie sind keine Antworten. Sie sind auch kein Programm, das ich in zwölf Monaten abhaken möchte.
Sie sind ein vorläufiger Arbeitskompass: Fragen, mit denen ich künftig lese, lerne, arbeite, entscheide und vielleicht auch streite.
Es ist der Sinn der Sache.
Freiheit, Bildung und Urteilskraft
- Wie kann ein Mensch frei und verantwortlich handeln, ohne die Komplexität der Welt durch einfache Gewissheiten zu ersetzen?
- Was muss ich verstehen, um nicht nur gut informiert, sondern wirklich urteilsfähig zu sein?
- Welche Bildung befähigt Menschen dazu, Zusammenhänge zu erkennen, bessere Fragen zu stellen und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten?
- Wie kann wirtschaftliche Unabhängigkeit – insbesondere für Frauen – zu echter Gleichberechtigung, Sicherheit und Gestaltungsmacht beitragen?
Gesellschaft, Arbeit und Technologie
- Wie entsteht gesellschaftliche Teilhabe – und welche Verantwortung trägt jede einzelne Person dafür, dass öffentlicher Raum, Gespräch und Mitwirkung möglich bleiben?
- Was ist gute, menschenwürdige Arbeit in einer Zeit von KI, Automatisierung, demografischem Wandel und wirtschaftlichem Druck?
- Wann stärkt Digitalisierung die Souveränität von Menschen und Unternehmen – und wann schafft sie neue Abhängigkeiten, Unübersichtlichkeit oder Machtgefälle?
- Wie können kleine Unternehmen wirtschaftlich tragfähig wachsen, ohne Qualität, Verantwortung gegenüber Menschen und Zukunftsfähigkeit kurzfristigem Erfolg unterzuordnen?
- Wie lassen sich Steuern, Buchführung, Compliance und Zahlen so verstehen und gestalten, dass sie nicht klein machen, sondern Handlungsspielräume eröffnen?
Gestaltung, Beziehung und Entwicklung
- Wie müssen Informationen, Prozesse, Werkzeuge und Räume gestaltet sein, damit sie Orientierung geben, Verantwortung ermöglichen und Menschen nicht unnötig abhängig machen?
- Wie bleibe ich offen für andere Menschen, widersprüchliche Sichtweisen und echte Begegnung, ohne mein eigenes Urteil an Erwartungen, Projektionen oder Zugehörigkeiten abzugeben?
- Wie kann persönliche Entwicklung als Befreiung gelingen – und nicht als endlose Selbstoptimierung, Anpassung oder Flucht vor sich selbst?
Lesen als Werkstattarbeit
Ich erwarte nicht, auf diese zwölf Leitfragen schnelle Antworten zu finden.
Diese Leitfragen kennzeichnen die Problemfelder, die mich künftig bei der Auswahl meiner Bücher, Kurse, Podcasts, Gesprächspartner und Projekte unterstützen.
Sie sollen meinem Lesen, Denken und Handeln mehr Richtung geben.
Ein Gedanke muss nicht mit meiner bisherigen Sichtweise übereinstimmen, um für mich wichtig zu sein. Er darf irritieren, provozieren, widersprechen und auf diese Weise neue Teilfragen eröffnen.
Was mit einer meiner Fragen in Resonanz geht, bekommt mehr als eine Markierung: Zeit zum Prüfen, Notieren und Weiterdenken.
Dieses Verständnis erinnert mich an „Denken ohne Geländer“, Hannah Arendt.
Was das mit Tax to Value zu tun hat
Genau hier berührt auch meine persönliche Lern- und Lesereise meine Arbeit mit Tax to Value.
Buchführung, Steuern und digitale Verwaltungsprozesse sind nicht nur Pflicht. Sie machen sichtbar, was im Unternehmen geschieht, und schaffen damit die Grundlage für tragfähige Entscheidungen.
Niemand muss deshalb alles allein erledigen. Aber wer die eigene wirtschaftliche Wirklichkeit besser versteht, kann Risiken früher erkennen, Fragen gezielter stellen und Verantwortung bewusst teilen.
Ein Tool ist noch kein System.
Klarheit, Struktur und Sicherheit entstehen dort, wo Informationen, Prozesse und Menschen sinnvoll zusammenwirken.
Tax to Value – kurz erklärt
Steuerberatung als Denk- und Ordnungssystem
Tax to Value steht für eine moderne Form der Steuerberatung, die Ordnung, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit zusammendenkt.
- Denkraum statt Delegation
Steuerberatung bereitet Entscheidungen vor – Verantwortung bleibt im Unternehmen. - Führungsinstrument statt Pflichterfüllung
Steuern werden von Anfang an in unternehmerische Entscheidungen einbezogen. - Ordnung als Grundlage von Freiheit
Klare Daten, Prozesse und Zuständigkeiten schaffen Souveränität und Zukunftsfähigkeit.
Fragen, die bleiben dürfen
Ich weiß nicht, ob meine zwölf Leitfragen in einem Jahr noch genauso aussehen werden.
Vielleicht werden einige präziser zu formulieren sein. Vielleicht treten andere an ihre Stelle. Vielleicht finde ich auf einzelne Fragen Teilantworten, die wiederum neue Fragen nach sich ziehen.
Genau das ist das erklärte Ziel meiner Lern- und Lesereise.
Denn die Aufgabe guter Fragen ist nicht, möglichst schnell beantwortet zu werden. Sie sollen helfen, genauer hinzusehen, bewusster auszuwählen und die eigene Aufmerksamkeit nicht dem Zufall zu überlassen.
Welche Frage begleitet dich schon so lange, dass sie vielleicht mehr ist als ein flüchtiger Gedanke?

Weiterdenken
- Gian-Carlo Rota: Ten Lessons I Wish I Had Been Taught
- Hannah Arendt: Denken ohne Geländer
- Mein früherer Artikel: Was will ich als Person, Steuerberaterin und Unternehmerin bewirken?
- Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen
- SDG 4 – Vereinte Nationen – Regionales Informationszentrum für Westeuropa
- SDG 5 – Vereinte Nationen – Regionales Informationszentrum für Westeuropa
- SDG 8 – Vereinte Nationen – Regionales Informationszentrum für Westeuropa


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