Was in drei Monaten aus Tax to Value geworden ist – und wie aus vielen einzelnen Bausteinen ein System entsteht.
Am 19. September stand ich hier vor dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen – ganz in Blau.
Der Abend passte erstaunlich gut zu einem Monat, in dem ich mich immer wieder mit der Frage beschäftigt habe, wie einzelne Elemente zusammenwirken müssen, damit daraus etwas Tragfähiges entsteht.
Bei „Blau“ waren es Raum und Architektur, Phantasie und Musik, Bewegung und Farbe. In meiner Arbeit sind es Informationen, Prozesse, Systeme, Wissen und Menschen.
Erst im Rückblick auf Juli, August und September wird sichtbar, wie viel sich dabei tatsächlich verändert hat. Was über Monate wie einzelne Projekte wirkte, beginnt sich miteinander zu verbinden.
Aus Ideen werden Strukturen. Aus Strukturen werden Angebote. Und aus vielen einzelnen Bausteinen entsteht ein System, das trägt.
Genau darum wird es für mich nun auch im vierten Quartal gehen: nichts neu anfangen – und das, was inzwischen da ist, abrunden, vertiefen, umsetzen, veröffentlichen und erproben.
Tax to Value wird konkret
Im Sommer war vieles bereits angelegt, aber noch nicht vollständig miteinander verbunden. Im September ist daraus deutlich mehr geworden: Tax to Value bekommt eine erkennbare Form.
Der Hub ist online und bildet inzwischen das fachliche Fundament meiner Arbeit mit Tax to Value ab. Methode, 360°WERTblick, Lernreise und Zusammenarbeit stehen nun nicht mehr nur nebeneinander, sondern greifen ineinander. Damit wird auch klarer, was Tax to Value leisten soll: nicht noch mehr Informationen liefern, sondern Zusammenhänge verständlich machen und daraus bessere Entscheidungen ermöglichen.
Auch die Lernreise ist konkreter geworden. Der Vorkurs ist konzipiert. Die erste Salespage ist fertig. Die Outlines der weiteren Kurse und der WERTstatt stehen. Damit lässt sich erstmals nachvollziehbar zeigen, wie aus einzelnen Einstiegsangeboten eine Lern- und Entwicklungsreise entsteht.
Das Entscheidende ist für mich dabei nicht die Zahl der Angebote. Wichtiger ist die innere Logik: Menschen sollen nicht möglichst schnell durch Inhalte geführt werden, sondern Schritt für Schritt lernen, ihre steuerlichen und wirtschaftlichen Informationen besser zu verstehen, einzuordnen und für eigene Entscheidungen zu nutzen.

Damit wird immer deutlicher, wofür Tax to Value stehen soll: Steuerberatung nicht nur als Erfüllung gesetzlicher Pflichten, sondern als Grundlage für Orientierung, Urteilskraft und Gestaltung.
Im Oktober folgt deshalb der nächste konsequente Schritt: Die ersten Angebote sollen online gehen. Aus Konzepten werden sichtbare Leistungen. Und erst dann zeigt sich, ob die Architektur auch in der Praxis trägt.
Was gute Steuerberatung wirklich braucht
Der September hat mir noch einmal sehr deutlich gezeigt, dass ein wirtschaftlich interessantes oder persönlich angenehmes Mandat nicht automatisch ein gutes Mandat ist.
In den vergangenen Monaten habe ich mich von drei Mandaten getrennt. Nicht, weil Steuerberatung unbequem geworden wäre. Sondern weil sich Erwartungen gezeigt haben, die mit meinem Verständnis von Beratung nicht vereinbar sind.
- Dazu gehört die Vorstellung, die Steuerberatung müsse jede Unordnung im Unternehmen von sich aus auffangen und geraderücken.
- Ebenso wenig kann sie Erfüllungsgehilfin dafür sein, Steuern zu verkürzen, weil Liquidität fehlt oder Abgaben als ungerecht empfunden werden.
- Und auch die Erwartung, steuerliche Beratung müsse grundsätzlich möglichst billig sein, weil Steuern ohnehin schon als Zumutung empfunden werden, trägt für mich nicht.

Steuerberatung hat einen anderen Auftrag. Sie soll rechtlich sauber, fachlich belastbar und wirtschaftlich sinnvoll begleiten. Sie kann strukturieren, erklären, Risiken sichtbar machen und Entscheidungen vorbereiten. Aber sie kann Verantwortung nicht übernehmen, die beim Unternehmen selbst liegt.
Deshalb braucht gute Steuerberatung Mitwirkung. Sie braucht verlässliche Informationen, klare Zuständigkeiten und die Bereitschaft, steuerliche Pflichten als Teil unternehmerischer Verantwortung anzuerkennen. Man muss Steuern nicht gerne zahlen. Aber ein funktionierender Staat, verlässliche Infrastruktur und Rechtsordnung entstehen nicht zum Nulltarif.
Gerade deshalb arbeite ich gern mit Menschen und Unternehmen, die ihre Zahlen ernst nehmen, sich mit ihren Prozessen auseinandersetzen und Beratung als Zusammenarbeit verstehen. Sie müssen nicht alles selbst wissen. Aber sie müssen bereit sein, verstehen zu wollen, Entscheidungen verantwortlich zu treffen und ihren Teil beizutragen.
Genau an dieser Stelle wird für mich der Zusammenhang mit Tax to Value immer klarer. Wenn Buchführung, steuerliche Pflichten und wirtschaftliche Zusammenhänge nicht verstanden werden, bleibt Beratung zwangsläufig reaktiv. Dann wird nachgefragt, korrigiert und repariert – oft immer wieder an denselben Stellen.
Nachhaltiger ist es, Wissen, Prozesse und Systeme so aufzubauen, dass gute Entscheidungen überhaupt möglich werden. Dazu gehören verständliche Informationen, klare Abläufe, geeignete digitale Werkzeuge und die Fähigkeit, Zusammenhänge einzuordnen.
Diese Erkenntnis ist unmittelbar in die Lernreise eingeflossen. Tax to Value soll deshalb nicht nur Fachwissen vermitteln. Es soll dazu befähigen, Verantwortung zu übernehmen, Informationen besser zu beurteilen und die Zusammenarbeit mit Steuerberatung bewusst und verlässlich zu gestalten.
Für mich ist das inzwischen ein wesentlicher Maßstab für ein gutes Mandat:
Gute Beratung entsteht dort, wo Fachwissen, Mitwirkung und Verantwortung zusammenkommen.
Aus Ablage wird Informationsarchitektur
Ein zweites Thema hat mich im September weit stärker beschäftigt, als ich ursprünglich erwartet hatte: meine Ablage.
Was zunächst nach einer eher technischen Aufräumaufgabe aussah, hat sich inzwischen zu einem eigenen Projekt entwickelt. Denn sehr schnell wurde deutlich: Es reicht nicht, Ordner umzubenennen oder Dateien anders zu verschieben. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, wie Informationen so strukturiert werden müssen, dass sie verlässlich gefunden, verstanden, weiterverarbeitet und später wiederverwendet werden können.
Damit wurde aus „Ablage“ Informationsarchitektur.
Inzwischen unterscheide ich Informationsobjekte, führende Systeme, Meta-Räume, Taxonomie, Metadaten, Rollen, Rechte und Lebenszyklen. Ich prüfe, welche Informationen in Nextcloud, Fibery, WordPress oder anderen Systemen tatsächlich führend sein sollen und wie diese Systeme zusammenspielen müssen, ohne dieselben Informationen mehrfach und widersprüchlich zu pflegen.
Besonders wichtig ist mir dabei die Erkenntnis, dass gute Digitalisierung nicht darin besteht, möglichst viele Programme einzusetzen. Sie beginnt viel früher: bei der Frage, welche Funktion überhaupt gebraucht wird, welches System sie zuverlässig erfüllt und wie Informationen zwischen diesen Systemen weitergegeben werden.

Aus diesem Gedanken sind inzwischen drei Teilprojekte entstanden:
- die Informationsarchitektur selbst,
- die Systemlandschaft und
- ein Konzept für eine Verfahrensdokumentation.
Damit wird aus einer internen Ordnungsfrage Schritt für Schritt ein belastbares Arbeitsmodell.
Für Tax to Value ist das weit mehr als interne Organisation. Genau dieselben Fragen stellen sich Menschen, die in kleinen Unternehmen Verantwortung tragen:
- Wo liegen die relevanten Informationen?
- Wer ist verantwortlich?
- Welche Systeme sind notwendig?
- Wo entstehen Doppelungen oder Lücken?
- Und wie lässt sich nachvollziehbar dokumentieren, wie tatsächlich gearbeitet wird?
Je weiter dieses Projekt fortschreitet, desto deutlicher wird für mich: Ordnung entsteht nicht durch Ordner. Sie entsteht durch klare Informationsobjekte, sinnvolle Strukturen, eindeutige Verantwortlichkeiten und verlässliche Prozesse.
Und genau daraus kann später ein weiterer praktischer Baustein von Tax to Value entstehen.
Eine Woche Python – Lernen, anders zu denken
Im September habe ich mir eine Woche Bildungsurlaub genommen: „Python Programmierung – Von den Grundlagen zur Praxis“ mit Ralf Bendig an der VHS Essen.

Python ist für mich kein Selbstzweck. Ich möchte keine Softwareentwicklerin werden. Mich interessiert vielmehr, wie Datenbanken, Machine Learning, neuronale Netze und Large Language Models funktionieren. Wer Digitalisierung verantwortlich einsetzen und über Chancen, Grenzen und Abhängigkeiten urteilen will, sollte zumindest die grundlegende Logik dahinter verstehen.
Ganz neu ist diese Beschäftigung für mich nicht. Bereits 2019 habe ich mich intensiv mit BPMN und der Modellierung von Prozessen beschäftigt. Später haben mir Aufbaukurse zu Machine Learning, künstlichen neuronalen Netzen und Large Language Models geholfen, die Funktionsweise moderner KI besser zu verstehen. Schon damals wurde mir klar, dass ich mich irgendwann auch mit Python beschäftigen müsste, wenn ich Datenbanken, Datenmodelle und technische Zusammenhänge wirklich verstehen wollte.
Genau deshalb war diese Woche so wertvoll. Programmieren zwingt dazu, Probleme präzise zu beschreiben, sie in kleinere Schritte zu zerlegen und Annahmen sichtbar zu machen. Ein Rechner ergänzt nicht wohlwollend, was man vermutlich gemeint haben könnte. Eine Anweisung muss eindeutig sein. Und wenn etwas nicht funktioniert, ist der Fehler zunächst keine Katastrophe, sondern eine Information: Wo stimmt meine Logik noch nicht?
Das hat sehr viel mit den Themen zu tun, an denen ich ohnehin seit Jahrzehnten arbeite. Gute Prozesse brauchen klare Zustände, Regeln und Abhängigkeiten.
So muss für eine wirkungsvolle Informationsarchitektur zunächst geklärt werden, welche Informationen und Auswertungen wir benötigen, welche Informationsobjekte wir unterscheiden, welche Eigenschaften sie besitzen und wie sie miteinander verbunden sind. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, wie Daten sachlich strukturiert und in welchen Systemen sie geführt werden.
In der Steuerberatung gilt im Grunde dasselbe: Belastbare Ergebnisse entstehen nur, wenn die zugrunde liegenden Informationen einzeln, zeitnah, richtig, vollständig, geordnet und für einen fremden Dritten nachvollziehbar verarbeitet werden.
Python ist für mich deshalb zunächst weniger ein neues Werkzeug als eine weitere Sprache, um Strukturen, Daten und Zusammenhänge präziser denken und formulieren zu können.
Diese Bildungswoche war also nicht der Anfang meiner Beschäftigung mit Datenbanken, SQL oder Python. Sie hat mir vielmehr geholfen, die Grundlagen noch einmal systematischer zu verstehen und vorhandene Gedanken miteinander zu verbinden.
Parallel dazu baue ich meine Datenbanken in Fibery auf, einem No-Code-Tool, das ich ursprünglich als Alternative zu Notion gewählt hatte und inzwischen für meine Ziel-, Projekt-, Wissens- und Erkenntnisarbeit nutze.
Gerade hier hilft mir das Programmierdenken sehr: Prozesse in Einzelschritte zerlegen, Objekte und Eigenschaften unterscheiden, Beziehungen modellieren und Regeln eindeutig formulieren.
Nicht mit dem Ziel, Steuerberatung durch Technik zu ersetzen. Sondern um besser zu verstehen, wie digitale Systeme funktionieren und dadurch informierter entscheiden zu können, wo sie sinnvoll unterstützen und wo menschliches Urteil unverzichtbar bleibt.
Denken ohne Geländer, Moral und Macht
Zwei Vorträge haben mich im September auf eine ganz andere Weise beschäftigt als Python, Datenbanken oder Informationsarchitektur.
Und doch ging es auch dort um Fragen, die mich seit Langem begleiten:
- Wie kommen Menschen zu einem eigenen Urteil?
- Welche Verantwortung tragen sie für ihr Handeln?
- Und was geschieht, wenn Regeln, Institutionen und wirtschaftliche Interessen auseinanderdriften?
Anne Brorhilker sprach in der VHS Essen über „Cum/Ex – Milliarden & Moral“. Der Cum/Ex-Komplex ist steuerrechtlich und strafrechtlich ohnehin bemerkenswert. Mich beschäftigt daran aber noch etwas anderes: Wie kann ein System über Jahre ermöglichen, dass enorme Summen aus dem Gemeinwesen abfließen, obwohl viele Beteiligte hochqualifiziert sind und wissen, welche Wirkung ihr Handeln hat?
Gerade im Steuerrecht zeigt sich, dass Legalität, wirtschaftliches Interesse und Verantwortung nicht einfach dasselbe sind:
Steuerpflichtige dürfen ihre Angelegenheiten gestalten. Beratung darf Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen und Risiken beurteilen.
Aber daraus folgt keine Verpflichtung, jede denkbare Konstruktion bis an die äußerste Grenze auszureizen – schon gar nicht, wenn das eigene Handeln nur noch danach beurteilt wird, was technisch möglich oder wirtschaftlich vorteilhaft erscheint.
Das führt für mich unmittelbar zurück zu der Frage, was gute Steuerberatung leisten soll. Sie kann sich nicht darin erschöpfen, Regeln möglichst geschickt zu umgehen. Sie muss unterscheiden können zwischen zulässiger Gestaltung, verantwortbarer Entscheidung und Verhalten, das rechtlich oder ethisch nicht mehr trägt.
Wenige Tage später ging es bei Ina Schmidt um Hannah Arendt und das „Denken ohne Geländer“. Dieser Ausdruck begleitet mich ebenfalls schon länger, denn er beschreibt für mich sehr präzise, was Urteilskraft verlangt: sich nicht auf fertige Antworten, Routinen oder vermeintliche Autoritäten zu verlassen, sondern selbst zu denken, zu unterscheiden und Verantwortung für das eigene Urteil zu übernehmen.
Gerade in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und KI Antworten in Sekunden formulieren kann, wird diese Fähigkeit eher wichtiger als weniger wichtig. Wissen allein reicht nicht. Informationen müssen eingeordnet, Widersprüche ausgehalten und Konsequenzen bedacht werden.
Das erklärt auch, warum mich Arendt für Tax to Value so interessiert. Verstehen, informiert urteilen, gestalten ist letztlich genau diese Bewegung: erst Zusammenhänge erfassen, dann eine eigene begründete Position entwickeln und daraus verantwortlich handeln.

Steuern verstehen
Regeln, Zahlen, Prozesse und Zusammenhänge einordnen.

Informiert urteilen
Daten prüfen, Folgen abwägen und Handlungsoptionen bewerten.

Zukunft gestalten
Entscheidungen in tragfähige Prozesse, Systeme und Strukturen übersetzen.
Verstehen, informiert urteilen, gestalten: Für mich verbindet sich darin Hannah Arendts „Denken ohne Geländer“ mit der Methode von Tax to Value.
Den dritten Vortrag, „Amerikas Oligarchen“ von Julian Heißler, hätte ich ebenfalls gern gehört. Er hätte thematisch gut gepasst: Macht, wirtschaftliche Interessen und die Frage, wie belastbar demokratische Institutionen sind. Zeitlich hat es an diesem Tag leider nicht funktioniert.
Was mir aus diesen Abenden in Erinnerung bleibt, ist keine fertige Antwort. Eher ein neuer Impuls dafür, warum ich mich mit Steuerrecht, Digitalisierung und Unternehmensentwicklung nicht nur technisch beschäftigen möchte.
Regeln schaffen einen Rahmen. Informationen schaffen eine Grundlage. Entscheiden und Verantwortung übernehmen müssen Menschen selbst.
Blau – Gestaltung als Erfahrung
Zwischen Steuerrecht, Python und Informationsarchitektur brauchte es im September auch Zeit für Kunst und Kultur.
„Blau“ im MIR Gelsenkirchen war für mich dabei mehr als ein Theaterbesuch. Schon der Ort erzählt eine Geschichte von Gestaltung. Das Musiktheater im Revier ist eng mit dem Architekten Werner Ruhnau verbunden; für die künstlerische Ausgestaltung arbeitete er unter anderem mit Yves Klein zusammen. Für beide wurde das Musiktheater im Ruhrgebiet zu einem wichtigen Referenzprojekt. In „Blau“ wird diese Verbindung wieder aufgenommen: Raum, Musik, Bewegung und Farbe werden selbst zum Gegenstand der Wahrnehmung.

Der Abend hat mich auch deshalb so angesprochen. Gestaltung interessiert mich nicht erst, seit ich mich mit Websites oder Informationsarchitektur beschäftige. Auch meine Begeisterung für das Bauhaus kommt aus derselben Frage: Was geschieht, wenn Form nicht bloß schön sein soll, sondern eine Funktion erfüllt und beeinflusst, wie Menschen einen Raum, einen Gegenstand oder eine Information wahrnehmen?
Das lässt sich erstaunlich gut auf meine derzeitige Arbeit übertragen. Eine Informationsarchitektur ist keine Dekoration. Eine Website ist keine hübsche Verpackung für Texte. Und auch ein Kurs wird nicht dadurch verständlich, dass Inhalte lediglich vollständig vorhanden sind.
Gestaltung schafft Orientierung. Sie lenkt Aufmerksamkeit, macht Zusammenhänge sichtbar und kann Komplexität reduzieren. Gute Gestaltung drängt sich dabei nicht zwangsläufig in den Vordergrund. Im besten Fall merkt man vor allem, dass man sich zurechtfindet.
Das gilt für einen Raum genauso wie für eine Website, eine Datenbank oder einen Arbeitsprozess.
Genau das ist eine der Verbindungen, die sich durch meine sehr unterschiedlichen Interessen ziehen: Ich möchte verstehen, wie einzelne Elemente so zusammenwirken können, dass daraus ein sinnvolles Ganzes entsteht.
Und manchmal hilft dabei eine Farbe.
Blau.

WERTstatt-Notiz des Monats
WERTstatt-Notiz · September 2026
Wissen wird erst dann wertvoll, wenn daraus Orientierung, Urteilskraft und Handlung entstehen.
Beobachtung
Im September wurde sichtbar, dass viele Themen, die ich über Monate hinweg parallel bearbeitet habe, nicht nebeneinanderstehen. Sie gehören zusammen: gute Steuerberatung, Lernreise, Informationsarchitektur, digitale Systeme, persönliche Urteilskraft und die Frage, wie aus Wissen verantwortliches Handeln entsteht.
Erkenntnis
Fortschritt entsteht nicht nur dadurch, dass einzelne Aufgaben erledigt oder Projekte abgeschlossen werden. Entscheidend ist, Zusammenhänge zu erkennen, Strukturen zu schaffen und daraus ein belastbares Arbeitsmodell zu entwickeln.
Genau darin liegt für mich inzwischen auch der Kern von Tax to Value: Informationen sollen nicht gesammelt werden, um mehr zu wissen. Sie sollen so geordnet, verstanden und eingeordnet werden, dass daraus bessere Entscheidungen möglich werden.
Konsequenz
Im vierten Quartal geht es deshalb weniger darum, weitere Grundkonzepte zu entwickeln. Das Erarbeitete muss jetzt in die Anwendung: umgesetzt, veröffentlicht, erprobt und anhand der Praxis weiterentwickelt werden.
Was im 3. Quartal entstanden ist
Wenn ich die vergangenen Monate zusammennehme, ist im dritten Quartal deutlich mehr entstanden, als es sich im Arbeitsalltag manchmal angefühlt hat.
- Tax to Value ist sichtbar geworden.
Der Hub ist online. Methode, 360°WERTblick, Lernreise und Zusammenarbeit greifen inzwischen erkennbar ineinander. - Die Lernreise ist konkret geworden.
Der Vorkurs ist konzipiert. Die erste Salespage steht. Die Outlines der weiteren Kurse und der WERTstatt sind entwickelt. Aus einzelnen Ideen ist eine nachvollziehbare Angebots- und Entwicklungslogik entstanden. - Mein Verständnis guter Steuerberatung ist klarer geworden.
Die Auseinandersetzung mit mehreren Mandaten hat noch einmal sehr deutlich gezeigt, welche Voraussetzungen Beratung braucht: verlässliche Informationen, Mitwirkung, Verantwortung und die Bereitschaft, steuerliche und wirtschaftliche Zusammenhänge wirklich verstehen zu wollen. - Aus dem Thema Ablage ist ein eigenes Entwicklungsprojekt geworden.
Informationsarchitektur, Systemlandschaft und Verfahrensdokumentation sind inzwischen so weit strukturiert, dass daraus ein belastbares Arbeitsmodell entstehen kann. - Meine digitale Arbeitsweise ist systematischer geworden.
Fibery entwickelt sich zum Steuerungs- und Beziehungsmodell für Ziele, Angebote, Projekte, Systeme und Wissen. Nextcloud bleibt das führende Datei- und Dokumentensystem. Die Rollen der einzelnen Werkzeuge werden klarer. - Ich habe mein technisches Verständnis vertieft.
Die Python-Woche hat vieles zusammengeführt, womit ich mich bereits seit Jahren beschäftige: Prozesse, Datenmodelle, Datenbanken, Machine Learning und KI. - Und auch persönlich hat sich ein roter Faden weiter geschärft: Verstehen, informiert urteilen, gestalten. Ob bei Hannah Arendt, Cum/Ex, Python, Informationsarchitektur oder Tax to Value – immer wieder geht es um dieselbe Frage: Wie entstehen aus Informationen tragfähige Entscheidungen?
Für mich ist das die eigentliche Bilanz dieses Quartals:
Tax to Value ist nicht mehr nur eine Idee mit vielen guten Einzelteilen. Es wird Schritt für Schritt zu einem zusammenhängenden Arbeits-, Lern- und Beratungsmodell.

Ausblick auf den Oktober
Im Oktober soll aus dem, was in den vergangenen Monaten entstanden ist, noch mehr sichtbare Praxis werden.
- Für Tax to Value stehen zunächst die noch fehlenden Salespages und die Entwicklung der Kursmaterialien auf dem Programm: für die 5-Tage-Challenge, das 21-Tage-Bootcamp und den 90-Tage-Vorkurs. Auch das Audit soll so konkret werden, dass daraus ein belastbares Angebot entsteht.
- Parallel arbeite ich an meiner digitalen Arbeitsumgebung weiter. Das Projekt P01 mit Informationsarchitektur, Systemlandschaft und Verfahrensdokumentation ist inzwischen weit genug entwickelt, dass es nicht mehr nur geplant, sondern Schritt für Schritt im Alltag erprobt werden kann.
- Und auch außerhalb der Arbeit bleibt Raum für neue Gedanken. Am 7. Oktober geht es zu Ferdinand von Schirach in die Philharmonie. Walter Epp kündigt derweil eine neue Challenge mit dem Titel „Meine neue kleine Geheimwaffe“ an. Was sich dahinter verbirgt, weiß ich noch nicht – es wird aber bestimmt wieder sehr gut werden.
Mehr muss für Oktober im Moment auch gar nicht feststehen. Nach einem Quartal voller Strukturarbeit geht es nun vor allem darum, das Angefangene abzurunden, zu vertiefen, umzusetzen und zu erproben – und aufmerksam zu beobachten, was daraus entsteht.

Leseempfehlung
- Frankfurter Buchmesse 2026: Kritische Gesamtausgabe Hannah Arendt | FAZ, veröffentlicht am 03.10.2026 →
- Stefan Schmidbauer: „LTO Most Wanted mit Anne Brorhilker“, veröffentlicht am 02.10.2026 →
Quellen und Bildnachweise
Literatur und Quellen
- Lea Nitsch: „Blau ist Kult. Kommando Himmelfahrt: Blau“, Die Deutsche Bühne, 20.09.2026
- Volkshochschule Essen: „Cum/Ex, Milliarden und Moral“, Anne Brorhilker. Ankündigung zum Vortrag vom 08.09.2026
- Volkshochschule Essen: „Denken ohne Geländer und die Liebe zur Welt. Ina Schmidt zu Hannah Arendt“, Ankündigung zum Vortrag vom 17.09.2026
- Thomas Meyer: Hannah Arendt. Die Biografie, Piper, München 2023. Biografische Einordnung auf Grundlage neuer Quellen.
- Hannah Arendt: „Hannah Arendt on Hannah Arendt“, Diskussion im Rahmen der Konferenz The Work of Hannah Arendt, Toronto 1972; später abgedruckt in Thinking Without a Banister: Essays in Understanding, 1953–1975, hg. von Jerome Kohn. Dort erläutert Arendt selbst die Metapher des „thinking without a banister“ / „Denken ohne Geländer“.
Bildnachweise
- Beitragsbild: Barfuß im Stadtgarten, Monika Wyrobisch, Stadtwald in Essen, September 2026.
- Pictogramm(e): Eigene Darstellung, erstellt mit ChatGPT (OpenAI), September 2026.
- Foto Mein Schreibtisch: Monika Wyrobisch, Essen, September 2026.
- Foto Stopp!: Gerd Altmann auf Pixabay
- Grafik Datenflussplan: Eigene Darstellung, erstellt mit ChatGPT (OpenAI), Oktober 2026.
- Foto blau vor blau: Georg Engelbach, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, 19.09.2026.
- Foto Stadtgarten: Monika Wyrobisch, Stadtgarten in Essen, September 2026.
- Grafik Iterativer Lernpfad und Ideenwerkstatt: Eigene Darstellung, erstellt mit ChatGPT (OpenAI), Oktober 2026.


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