Was ist ein Konto?

von Monika Wyrobisch | veröffentlicht am 11.04.2023

Was ist ein Konto?

Auf einem Konto (von italienisch conto, „Rechnung“; aus lateinisch computus, „Berechnung“) werden in der Buchführung und im Rechnungswesen mittels Buchung Geschäftsvorfälle und Zahlungsvorgänge erfasst und zentral zusammengefasst.

Das Konto ist neben der Organisation deiner digitalen und digitalisierten Belege ein sehr wichtiger Bestandteil deiner Buchführung. Jedes Konto dient in erster Linie der unmittelbaren Information zum Stand einzelner Geschäftsvorfälle und Vertragsbeziehungen. Wenn alle Geschäftsvorfälle zeitnah verbucht und die zughörigen Zahlungsvorgänge ebenfalls vollständig erfasst sind, kannst du auf einen Blick sehen, wo du stehst.

Klingt spannend? Klar, deshalb beginnen wir nun mit der Beschreibung, was ein Konto ist, wie es bebucht und abgeschlossen wird.

Form und systematische Einordnung

Prinzipiell ist ein Konto eine Tabelle mit beliebig vielen Zeilen und zwei (als Soll und Haben bezeichneten) Spalten, die Geldbeträge aufnehmen.

Zu diesen zwei Spalten kommen in der praktischen Anwendung fast immer zusätzliche Hilfsspalten, die Informationen wie das Buchungsdatum, eine fortlaufende Nummer der Buchungszeile, erläuternden Text etc. aufnehmen.

Das Konto selbst wird durch eine (meist numerische, seltener alphanumerische) Kontonummer eindeutig beschrieben.

Die Wahl der Kontonummer folgt einem bestimmten Muster, einer Codierung, hinter der eine Information zur jeweiligen Kontenart steht. Die Kontonummern sind in einem Kontenplan organisiert, der einem als Kontenrahmenplan bezeichneten Schema zur Nummernvergabe folgt und in 10 Kontenklassen unterteilt ist.

All diese Begriffe werden wir im in einem der nächsten Beiträge wieder aufgreifen und erklären, damit du das System der doppelten Buchführung als wirkungsvolles Organisationsmittel lieben lernst.

T-Konto ersetzt Rechnung in Staffelform

Für Lehrzwecke und als Hilfsmittel zur Kontierung wird auch heute ein Konto meist als so genanntes T-Konto dargestellt:

Abb: T-Konto

Über einem waagerechten Strich befinden sich Kontonummer und -bezeichnung und darunter ein durch einen senkrechten Strich geteilter Raum für Sollbuchungen (links) und Habenbuchungen (rechts).

Was in einseitigen Rechnungen in Staffelform untereinander dargestellt wird, kann in den zweiseitigen Rechnungen auf T-Konten nebeneinander und ohne Vorzeichen dargestellt werden.

Abb: Rechnung in Staffelform
Abb: Rechnung auf T-Konto
  1. Konto-Nr. und Bezeichnung
  2. T-Form
  3. Soll-Buchungen
  4. Haben-Buchungen
  5. Saldo
  6. Kontosummen
  7. Buchhalternase

Wie erfolgt die Verbuchung auf Konten?

Ein Konto kann mit einem monetären Betrag bebucht werden: Eine oder mehrere Buchungszeilen werden dem Konto hinzugefügt:

Bei aktiven Bestandskonten und Aufwandskonten wird ein Betrag gutgeschrieben, indem er in der Sollspalte (blau) des Kontos eingetragen wird.

Abb: Buchungen Aufwandskonten (= Soll-Konten)
Abb: Buchungen Aufwandskonten (= Soll-Konten)

Ist ein Betrag in einem aktiven Bestandskonto bzw. einem Aufwandskonto abzuziehen, wird er in dessen Habenspalte (rot) dargestellt.

Bei passiven Bestandskonten und Ertragskonten erfolgen die Konten entsprechend umgekehrt.

Abb: Buchungen auf Ertragskonten (= Haben-Konto)

Wie wird ein Konto abgeschlossen?

Die Differenz aus den Summen der Soll- und Habenbuchungen ist der als Saldo bekannte Kontostand, der je nach Art des Kontos am Ende einer Buchungsperiode über das Konto Gewinn- und Verlustrechnung oder das Schlussbilanzkonto abgeschlossen wird.

Abb: Abschluss Aufwandskonto über G&V-Konto

Der Saldo eines Aufwandskontos wird über das Gewinn- & Verlust-Konto abgeschlossen.

Der Saldo eines Ertragskontos wird über das Gewinn- & Verlust-Konto abgeschlossen.

Abb: Abschluss Ertragskonto über G&V-Konto
Abb: Abschluss G&V-Konto über Eigenkapital

Der Saldo des Gewinn- & Verlust-Kontos wird über ein Eigenkapitalkonto abgeschlossen.

Abschließen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Saldo des Kontos, das man abschließen möchte, durch Gegenbuchung im Soll (bei Saldo im Haben) bzw. durch Gegenbuchung im Haben (bei Saldo im Soll) und Zubuchung im Haben bzw. Soll des aufnehmenden Kontos erfolgt.

Buchungsperiode ist in der Regel das Kalenderjahr.


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